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Solidarität mit den streikenden Ölarbeiter_innen in Kasachstan

Seit einigen Monaten stehen die Arbeiter_Innen der Ozenmunaigas-Ölfelder in Kazakhstan in einem harten Kampf mit den Bossen des Staatsbetriebs KazMunayGas. Die Arbeiter_Innen wurden das erste Mal aktiv, als die versprochenen Gefahrenzulagen nie ausbezahlt wurden. Dieser anfänglich kleine Streik entwickelte sich schnell in eine grössere Bewegung, welche tausende Arbeiter_Innen mobilisieren konnte und weitere Forderungen stellte. Die Antwort des Staats war brutal. weitere Infos

09.01.12


Hundert Jahre GAV - ein Anlass zum feiern?

Vor hundert Jahren wurden in der Schweiz die Gesamtarbeitsverträge eingeführt, dies musste am 24. November 2011 natürlich ausgiebig gefeiert werden. Die Arbeitgeberverbände und die Arbeitnehmerverbände, die sogenannten „Sozialpartner“, sassen in einträchtiger Seligkeit nebeneinander im Festsaal und lauschten stolz und ergeben einer Rede vom Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann (der selber auch Unternehmer ist). Schneider-Ammann sprach davon, dass schlussendlich jeder GAV auf einer sozialpartnerschftlichen Vertrauensbasis beruhe. Dieses Vertrauen könne aber nicht einfach eingefordert werden, es müsse immer wieder neu verdient werden: „Vertrauen schenkt man sich dann, wenn man sich aufeinander verlassen kann“.

Dieser Satz stimmt in jeglicher Hinsicht. Aber nur wenn wir uns vergegenwärtigen für wen. Die Arbeitgeber_Innen sind in den letzten Jahren mehr als sonst bemüht Verträge zu unterlaufen (wie zum Beispiel Die Post und die ewb (-> di schwrzi chatz #15) auf ihren Baustellen), Löhne zu kürzen (wie der Baumeisterverband dies im neuen LMV (-> di schwarzi chatz #15) versucht), die Löhne in Euro auszuzahlen (wie es zum Beispiel die Mopac (-> work Online) versuchte) und Arbeiter_Innen trotz guten Geschäftszahlen zu entlassen (wie aktuell gerade Huntsman und Novartis) oder kurz gesagt: ihr Geschäftsrisiko auf die Arbeiter_Innen abzuwälzen. Wie kann da von „Vertrauen“ von „fair“ und von „Sozialpartnerschaft“ gesprochen werden?

Unter den Arbeiter_Innen steigt auf Grund dieser Verarschungen und Wortbrüchen immer mehr der Unmut, es entstehen deswegen Ansätze selbstverwalteter Arbeitskämpfe (wie in Deisswil und Domat/Ems (-> di schwarzi chatz #11)) und immer mehr können die Zentralgewerkschaften den Ruf nach Streik nicht unterdrücken. Trotzdem gehen in der Schweiz, wie die NZZ freudig festhält, „äusserst wenige Arbeitstage durch Streiks verloren.“

Auf wen bezieht sich also der Satz des Bundesrats? Es bleibt noch eine dritte Partei übrig: Die Zentralgewerkschaften. Auf sie ist Verlass, ihnen können die Arbeitgeber_Innen und sollen die Arbeiter_Innen Vertrauen. Sie wahren den sozialen Frieden der Arbeitgebenden, der laut Schneider-Ammann „ein wichtiger Vorteil für den Wirtschaftsstandort Schweiz ist“. Die krude Ideologie dieser „Gewerkschaften“ offenbart sich in besonders absurder Weise auf der Homepage des Schweizerischen Papierarbeiterverbands (SPV): So sind zum Beispiel die Gewinne der Bosse wichtiger, als die Solidarität mit streikenden finnischen Arbeiter_Innen: „Betont doch der Chef von M-real Biberist Nicolas Mühlemann zu Fragen betreff[end] dem Streik in Finnland: 'Diese Situation bringt wieder einmal einen wesentlichen Vorteil der Schweiz zum Vorschein: den Arbeitsfrieden! So ein Szenario ist in unserer Fabrik kaum vorstellbar. Ich bin überzeugt, dass sich damit auch unsere Position innerhalb des Konzerns erneut stärkt! Man könnte also sagen, dass wir vom Streik auf zwei Arten profitiert haben.'“

Der SPV ist so sehr im Denkschema der Bosse gefangen, dass auf ihrer Homepage sogar folgende Sätze stehen: „Eine Gewerkschaft mit zuviel Macht kann einen Betrieb ruinieren. Auch hier gilt Mitbestimmen heisst auch Mitverantwortung und Mitbezahlen. Welche Gewerkschaft kann das heute noch?“

Doch auch wenn die Gewerkschaften weniger von den Firmen gesteuert werden, als der SPV, ändert sich das Bild kaum. Die grösste Zentralgewerkschaft in der Schweiz die Unia, die Neumitglieder fast nur über ihre Rechtsschutzversicherung anlocken kann, leistet sich fast ebenso drastische Wortbrüche gegenüber den Arbeiter_Innen, wie die Arbeitgebenden. Von der Belegschaft der Karton Deisswil wurde zum Beispiel ein Blankomandat gefordert, um einen „guten und vorbildlichen“ Sozialplan zu verhandeln. Im Endeffekt hat bis heute noch niemand den Sozialplan gesehen, geschweige den ganzen Wortlaut gelesen. Und ausgezahlt wurde der Sozialplan auch niemandem, da dieser anscheinend extrem lückenhaft ist. (Nachzulesen in: Der geplante Tod einer Fabrik)

Was bleibt also zu feiern an den GAV? Das Streikverbot? Das gnädigerweise instiutionalisierte Recht Kollektivverträge zu erkämpfen? Dass die GAV theoretisch nicht unterlaufen werden dürften? Zu feiern gibt es zum Thema GAV nur für andere: Für die Bosse, die in Ruhe von unserer Arbeitskraft profitieren dürfen und für die oberen Gewerkschaftsfunktionäre, die sich dank GAV ihren nicht gerade mageren Lohn finanzieren können.

smf

24.11.11


"Echtzeit" Internet-Überwachung ab 01.08.09

"Der Staat liest Diskussionen in Chats oder Einträge in Foren mit, hört bei Gesprächen über Dienste wie Skype mit oder guckt zu, sobald die Person eine Webcam aktiviert."

--> WOZ | indymedia | Heise | inside-it.ch | blogg.ch | fuellhass | NZZ | Tagesanzeiger

Dagegen KANN nützen: Dienste immer nur verschlüsselt ansprechen, E-Mail/Chat/... Verschlüsselung verwenden, sich informieren und Leute darauf aufmerksam machen, Projekte wie nadir.org, so36.net, riseup.net, autistici oder immerda moralisch, technisch, finanziell oder andersweitig Unterstützen usw. Danke!

25.07.09


Berichte zur globalen Krise

INTERNATIONAL

Die Zeitschrift Wildcat hatte Leute in verschiedenen Ländern gebeten, ihre Beobachtungen zu den Auswirkungen der Krise aufzuschreiben. Die bisher veröffentlichten Berichte haben wir hier verlinkt, weitere werden folgen.

England - »Die Arbeitsplatzverluste haben noch nicht einmal richtig angefangen.« - und: »Anti-soziale Solidarität« (kompliziert)

Rumänien - Die Rückkehr der »Erdbeerpflücker«

Kalifornien - Leben mit der Krise

Indien - Die globale Krise in Indien

Spanien - Backsteine, Blasen und Bankrott

Polen - Exportplattform im Sturzflug

China - China in der Krise: Grund zur Panik?

»Das Auto am Ende« - Zur tiefen Krise der Autoindustrie und des Autos an sich.

Weitere Berichte hat's in der aktuellen Ausgabe der Wildcat (kann per Email bei uns bestellt werden).

SCHWEIZ

Die Wochenzeitung WOZ führte in verschiedenen Kantinen Gespräche mit betroffenen ArbeiterInnen. Wir haben diese Kantinengespräche hier verlinkt, weil wir sie sehr interessant und wichtig finden:

»Bummeln liegt nicht drin« - Über den Arbeitsdruck eines Tramchauffeurs, einer Spitexpflegerin und einer UBS-Verwaltungsrätin.

»Da tickt eine soziale Zeitbombe« meint ein RAV-Berater im Interview mit der WOZ.

»Wenn das Vertrauen erodiert« - Gespräch mit Mitarbeitern der Georg Fischer AG (Metallindustrie) über anstehende Massenentlassungen.

»Alle auf Koks?« - Gespräch mit einem entlassenen Versicherungskaufmann der Swiss-Re.

»Ohne Dächlikappen, ohne Fahnen« - Über Entlassungen bei der Basler Zeitung.

»Wenn der Faden reisst« - Über Entlassungen bei der Textilmaschinenfabrik Benninger in Uzwil und die Krise in der Textilbranche. Update: Ende April 09 wurde Interviewparter Ernst G. aufgrund des Interviews entlassen!

»Weihnachtsguezli an Ostern« - Die zunehmende Verarmung bringt Caritas-Märkten Rekordumsätze ein: Seit 2006 hat sich die Zahl ihrer KundInnen verdoppelt.

»Blaue Lippen, rote Nasen« - Ein Vermögensverwalter berichtet von seinem Job.

»Als schlanke Braut zur Post« - Eine Zeitungsausträgerin der Zuvo AG berichtet. Die Firma will 2261 ArbeiterInnen die Löhne massiv kürzen.


Sehr empfehlenswert auch:

Wildcats »23 Thesen zur kapitalistischen Krise«

Der Blog global revolt mit einer knackigen Broschüre zum download

...und immer wieder Welt in Umwälzung mit täglich aktualisierten Berichten von sozialen Kämpfen in Asien.

21.02.09


Laborpedia - Mithilfe bei "Arbeitskampf-Wiki"

Laborpedia ist ein freies, auf der Wiki Software basierendes, Wissensportal rund um das Thema Lohnarbeit und Widerstands- und Organisationsformen. Mit dem Wiki wollen wir eine möglichst grosse Sammlung an hilfreichem Material zur Selbstorganisierung bereitstellen.

Neben Oranisationstips werden auch Informationen über verschiedene Firmen und Branchen und Erfahrungen, über erzielte Erfolge aber auch Misserfolge im Arbeitskampf gesammelt. Somit werden immer mehr Erfahrungen über einzelne Firmen, Branchen und Taktiken zusammengetragen und können so für weitere Kämpfe helfen.

Mit Laborpedia wollen wir Leuten eine Möglichkeit bieten, sich unabhängig von Gewerkschaften und deren Funktionären zu organisieren und eigene Erfahrungen auch weitergeben zu können.

Um dieses Ziel zu erreichen sind wir auf externe Hilfe angewiesen. Wenn Du von einer solchen Situation weisst, oder selbst eine erlebt hast, teile uns diese doch bitte unter info(at)faubern.ch oder durch das neue Meldeformular für Arbeitskämpfe mit.

Sobald genügend Inhalt gesammelt ist, wird Laborpedia offiziell aufgeschaltet.

29.05.08


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Bild:immerdabanner.png

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