11 bis 20 von 601
<vorherige 10 | nächste 10>
Medien enthüllen geheime Offshore-Geschäfte
geschrieben von FAU-Bern am 04.04.13, 12:06
Internationale Medien haben umfangreiches Material über geheime Geschäfte in Steueroasen zugespielt erhalten. Journalisten auf der ganzen Welt werteten die Daten in den letzten Monaten aus. Sie enthüllen auch Geschäfte von Firmen und Privatpersonen in der Schweiz.
Dies schreiben die "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche" in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die beiden Zeitungen hatten nach eigenen Angaben Zugang zu den Dokumenten, die die Namen von rund 122`000 Gesellschaften, 12`0000 Finanzintermediären und 130`000 Personen enthalten, die im Zusammenhang mit Offshore-Gesellschaften stehen sollen.
Ein Teil dieser Gesellschaften sei zweifellos errichtet worden, um Vermögenswerte vor dem Fiskus geheim halten zu können, schreiben die beiden Zeitungen. Nach ihren Angaben enthalten die Unterlagen auch Angaben über rund 300 Personen und 70 Gesellschaften in der Schweiz.
Sie zeigten detailliert, wie Schweizer Banken, Treuhänder und Anwälte tausende Gesellschaften in Steueroasen eröffnet hätten. Damit verunmöglichten sie es den Steuerbehörden weltweit, die Vermögen ihrer Kunden aufzuspüren. Die beiden Zeitungen wollen über Einzelfälle in ihren nächsten Ausgaben berichten.
Mehrere Dutzend Medien weltweit haben die Daten ebenfalls ausgewertet, darunter BBC, "The Washington Post", "The Guardian", "Le Monde" oder die "Süddeutsche Zeitung".
Die Unterlagen im Umfang von 260 Gigabyte waren dem Internationalen Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ) in Washington anonym zugespielt worden. Sie sollen von zwei Gesellschaften aus Singapur und den Britischen Jungferninseln stammen.
Quelle: Cash Online
siehe auch:
- Riesiges Netzwerk von Steuerhinterziehern enthüllt (Der Bund Online)
- Offshore-Leaks: Die prominentesten Fälle (Der Bund Online)
- Secrecy for Sale: Inside the Global Offshore Money Maze(International Consortium for Investigative Journalism; ICIJ; Englisch)
UK: Das hat nicht einmal Thatcher gewagt
geschrieben von FAU-Bern am 04.04.13, 11:59
Grossbritanniens Regierung baut den Wohlfahrtsstaat ab. Suppenküchen sollen die Sozialhilfe ersetzen. Kritiker werfen dem «Kabinett der Millionäre» vor, mittellose Briten ins Elend zu stürzen.
Heftiger kann die Kritik an der Regierung in London kaum sein. Kirchenleute, karitative Verbände, Gewerkschaften, Akademiker und Labour-Opposition sehen David Camerons «Kabinett der Millionäre» mit einem radikalen Abbau des Wohlfahrtsstaats beschäftigt, der die Schwachen der Gesellschaft wachsendem Elend anheimgibt – und erstmals sogar am Prinzip des Sozialstaats rüttelt. Nicht einmal Margaret Thatcher habe es gewagt, den Wohlfahrtsstaat in ähnlicher Weise auszuhöhlen. An die «Pflicht einer zivilisierten Gesellschaft gegenüber den Schwachen und Bedürftigen» hat der just inthronisierte Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, den Premierminister erinnert. Fünfzig Professoren der Sozialwissenschaft haben erklärt, Camerons Minister untergrüben «alles Gemeinschaftsdenken im Lande».
Die Art und Weise, in der die Regierung ihre «Sparpolitik» angelegt habe, werde das ärmste Zehntel der britischen Haushalte um fast 40 Prozent seiner Einkünfte bringen und Hunderttausende von Kindern zu einem Leben in Armut verdammen, warnen die Wissenschaftler. Schon jetzt sparten Millionen Briten am Essen und an der Heizung, berichtet der Wohlfahrtsverband Crisis. «Sehr viel mehr Elend» aber sei auf dem Weg, in diesem «trüben April» auf der Insel, während in der Londoner City weiterhin unbekümmert Boni in Millionenhöhe verteilt würden.
Drastische Massnahmen
Tatsächlich tritt in diesem Monat eine ganze Reihe neuer Sparmassnahmen in Kraft, die nach Überzeugung der Labour Party «einen krassen Klassenkampf von oben» darstellen. Unter anderem werden Sozialhilfe, Wohngeld und Beihilfe für Invalide wesentlich eingeschränkt. Sie werden auch auf einen engeren Kreis von Berechtigten als bisher bezogen. Familien, die über Sozialwohnungen mit einem «überschüssigen» Zimmer verfügen, büssen künftig einen Teil ihres Wohngeldes ein, wenn sie nicht in kleinere Wohnungen irgendwo anders im Lande umziehen – obwohl solch kleinere Wohnungen oft gar nicht existieren. Die Sozialhilfe wird generell jährlich nur noch um 1 Prozent erhöht: Was weit unter dem aktuellen Preisanstieg für Nahrungsmittel, Strom, Benzin oder Bustickets liegt.
Mehr als zwei Millionen Angehörigen der ärmsten Schichten in Britannien flattert in diesem April zudem erstmals ein Kommunalsteuerbescheid ins Haus. Staatliche Notzahlungen für akute Bedarfsfälle sind überdies gestrichen worden. Die Kommunen sollen stattdessen Essensgutscheine ausgeben, die zum Beispiel bei karitativen Suppenküchen eingelöst werden können. Die Zahl der Essenausgaben bei diesen Suppenküchen hat sich in den letzten drei Jahren bereits verzehnfacht.
Rechtshilfe wird abgeschafft
Ebenfalls gestrichen ist Gratisberatung durch staatliche Stellen in Sachen Verschuldung, Sozialhilfe, Unterkunft, Ausbildung oder Arbeitsrecht. Alle Rechtshilfezentren müssen schliessen. Wer einen Räumungsbescheid erhalten hat, kann noch eine Notnummer anrufen. Aber Auskünfte etwa zu Schulausschluss, Vermieterwillkür oder Lohnausfall gibt es nicht mehr.
Sinkende Reallöhne, gekappte Sozialleistungen und die von der Regierung verordnete Radikalschrumpfung der Kommunalbudgets (vielerorts um mehr als ein Viertel) haben schon jetzt für viele Briten Probleme geschaffen. Darbende Gemeinden, die bereits Spielplätze, Schwimmbäder, Jugendzentren oder Büchereien geschlossen haben, planen als Nächstes Einschränkungen ihrer Hilfsdienste für Alte und Behinderte oder höhere Gebühren für die Betroffenen sowie die Privatisierung ihrer Dienstleistungen.
Das Ende des Wohlfahrtsstaats?
230`000 Beschäftigte der öffentlichen Dienste sind seit 2010 allein auf kommunaler Ebene entlassen worden. «Noch mal drei Jahre solcher Kürzungen, und wir werden alle Gemeinden auf den Knien sehen», meint Nick Forbes, der Labour-Stadtratsvorsitzende der am schwersten getroffenen Stadt Newcastle. Und nicht nur die Labour-Leute stöhnen. Forbes Tory-Kollege in Birmingham, Sir Albert Bore, bestätigt, dass die gegenwärtigen Kürzungen der Kommunalbudgets durch die Zentralregierung «das Ende lokaler Selbstverwaltung in der uns bekannten Form» einläuten.
Auch die stets nüchterne «Financial Times», das Blatt der britischen Hochfinanz, hat keinen Zweifel daran, dass die von der Regierung Cameron in Gang gesetzten Massnahmen sich zum «grössten Umbau des Wohlfahrtsstaates seit dessen Einführung in den 40er-Jahren» summieren. Das alles findet die Regierung selbst natürlich übertrieben. Man höre dieser Tage «eine Menge echt uninformierten Blödsinns über diese Reformen», meint Camerons Schatzkanzler George Osborne. «Manch einer behauptet, das Ende des Wohlfahrtsstaats sei gekommen.» Die Wahrheit sei, «dass der Steuerzahler schlicht nicht mehr glaubt, dass der Wohlfahrtsstaat noch richtig funktioniert».
Die «übelste Regierung»
Leider hätten sich Britanniens «linke Bischöfe» der dummen Labour-Kampagne gegen die notwendige Haushaltssanierung angeschlossen, klagte der Tory-Abgeordnete Philip Davies. Frances O`Grady, die Generalsekretärin des britischen Gewerkschaftsbundes, spricht hingegen von einer «beschämenden» Politik des siebtreichsten Staates der Erde: «Dies ist die ideologischste, rechtslastigste und übelste Regierung, die Grossbritannien je gesehen hat.»
Quelle: Der Bund Online
Bau: Wenn die Bagger stillstehen müssen
geschrieben von FAU-Bern am 04.04.13, 11:56
Wegen des langen Winters mussten viele Bauunternehmen die Arbeiten während Wochen einstellen. Das führt nicht nur zu Umsatzeinbussen: Viele Arbeitnehmer werden unfreiwillig in die Ferien geschickt.
Unter dem frühen Wintereinbruch Ende November und dem späten Frühlingsbeginn leiden nicht nur Gurken und Tomaten, sondern auch die Baumeister. Die Umsätze in der Baubranche seien 2012 rückläufig gewesen, berichtete der Schweizerische Baumeisterverband kürzlich.
Charles Zuber, Geschäftsführer der Bauunternehmung Wirz AG und Präsident des Kantonal-Bernischen Baumeisterverbands, spricht von einem «schlechten Winter», der zu einem Umsatzrückgang in der Baubranche geführt habe. Während normalerweise die Winterpause von Weihnachten bis Mitte Januar dauert, mussten seine Bauarbeiter in diesem Jahr bis Ende März pausieren. Das sei bereits im vergangenen Jahr so gewesen.
So geht Zuber für das Unternehmen Wirz von einer Einbusse von 15 bis 20 Prozent aus. «Wir haben diverse Baustellen des schlechten Wetters wegen einstellen müssen, etwa jene der Wohnüberbauung auf dem Gurtenareal oder in Münchenbuchsee», sagt Zuber.
Selbst der Mörtel gefriert
Wenn die Temperaturen während mehreren Tagen unter Null fallen, findet der chemische Prozess zur Herstellung des Betons nicht mehr statt, der Mörtel gefriert, die Qualität des Baus kann nicht mehr garantiert werden.
Viele Bauherrschaften würden die Baustellen aber nicht nur wegen der Minustemperaturen einstellen, sondern auch, weil es zu teuer werde, die Winterbaumassnahmen zu ergreifen: den Beton zu heizen, Schnee zu räumen oder Schalungen abzudecken.
Arbeitnehmer im Zwangsurlaub
«Wir versuchen, den Arbeitsausfall mit Überzeiten aus dem Vorjahr zu kompensieren. Teilweise müssen die Mitarbeiter auch Minusstunden aufschreiben, die sie im Sommer dann wieder aufholen», sagt Zuber. Das sei für die Bauarbeiter natürlich ärgerlich. «Sie hätten mit der Überzeit bestimmt anderes anfangen können, als Ferien zu nehmen im Winter. Andererseits sind sie sicher auch froh, wenn ihnen keine kalte Bise um den Kopf weht bei der Arbeit.»
Besonders stark vom Wetter abhängig ist der Strassenbau. «Nebst den dreiwöchigen Winterferien konnten wir während zweier weiterer Wochen nicht arbeiten», sagt Armin Graber, Geschäftsführer des Berner Strassen- und Tiefbauunternehmens Stucki Bau AG. Das habe ihnen Umsatzeinbussen von bis zu 15 Prozent eingebracht.
Der Winter sei bereits letztes Jahr zu lang und zu kalt gewesen. Belagsarbeiten oder Rekultivierungen seien nicht mehr möglich, wenn die Strassen gefroren sind und das Kulturland durchnässt ist. Grabers Mitarbeiter kompensieren die Ausfälle ebenfalls mit der Überzeit, die sie angehäuft haben. «Wir können unsere Arbeiter nicht dazu zwingen, aber wenn möglich sollten sie sich ein Polster an Überzeit über die Sommermonate zulegen.»
Das Wetterrisiko trägt der Arbeitnehmer
Damit ist Nico Lutz, Sektorleiter Bau bei der Gewerkschaft Unia, nicht einverstanden. Viele Firmen würden von ihren Mitarbeitern verlangen, dass sie im Sommer bis zu zwölf Stunden lange Arbeitstage absolvieren, um Überstunden anzuhäufen, die ihnen im Winter dann einfach abgezogen würden. «So wird das Schlechtwetterrisiko zu 100 Prozent auf die Bauarbeiter verlagert, dabei sind ja kaum sie für das schlechte Wetter verantwortlich», sagt Lutz. «Wenn die Bauarbeiter keine Überstunden haben, müssen sie die Ausfallstunden oft nacharbeiten, was zu einer massiv höheren Belastung führt.»
Schliesslich sehe der Arbeitszeitkalender in der Baubranche vor, dass Bauarbeiter im Sommer 45 Stunden in der Woche arbeiteten, im Winter 37,5 Stunden. «Das sollte zum Ausgleich reichen», sagt Lutz. Bei längeren Arbeitsunterbrüchen sollten Arbeitgeber die Schlechtwetterentschädigung der Arbeitslosenversicherung in Anspruch nehmen. Die ersten zwei Tage des Ausfalls bezahlt dann der Arbeitgeber, von den restlichen Tagen übernimmt die Arbeitslosenkasse 80 Prozent des Lohnausfalls.
Mehr Arbeitslosigkeit Ende Jahr?
Was die Umsatzeinbussen angeht, ist Lutz weniger besorgt als die Bauunternehmer. «Die Auslastung in der Baubranche ist immer noch sehr gut, die Auftragsvorräte sind gross.» Saisonale Schwankungen seien in der Baubranche üblich.
Einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Baubranche befürchtet auch Zuber noch nicht. Die Annahme der Zweitwohnungsinitiative werde aber zusätzlich einen Einfluss auf den Umsatz haben – wenn auch nicht im städtischen Raum. «Das Oberland und die Regionen im Seeland werden das gegen Ende Jahr aber bestimmt zu spüren bekommen. Auch der verschärfte Preisdruck könnte in den Regionen einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Baubranche zur Folge haben.»
Quelle: Der Bund Online
Novartis unterliegt in Patentprozess
geschrieben von FAU-Bern am 02.04.13, 09:32
Nach sieben Jahren Rechtsstreit unterliegt Novartis endgültig: Für das Krebsmedikament Glivec gibt es in Indien keinen Patentschutz. An der Börse von Bombay stürzte der Kurs des Pharmakonzerns ab.
Novartis hat den Patentstreit in Indien um sein Krebsmedikament Glivec endgültig verloren. Indiens oberster Gerichtshof verweigerte den Patentschutz für Glivec. Das Medikament erfülle nicht die für den Patentschutz notwendige Anforderung einer merklichen Verbesserung gegenüber Vorgängerpräparaten, urteilten die Richter in der Hauptstadt Neu Delhi. Sie bestätigten damit die Ansicht der indischen Patentbehörden und frühere Gerichtsentscheidungen, gegen die Novartis sieben Jahre lang juristisch vorgegangen war.
Für ein neues Patent auf ein Pharmamittel in Indien muss laut Paragraph 3-D im Patentgesetz eine «erhöhte therapeutische Wirksamkeit» erreicht werden. So soll das «Evergreening» verhindert werden, also die Verlängerung des Patentschutzes mit nur minimalen Veränderungen zum vorher patentierten Wirkstoff.
Patentamt zweifelt an Weiterentwicklung
Bei Glivec hatte das indische Patentamt 2006 indes die Patentierung abgelehnt mit der Begründung, beim Hauptwirkstoff handle es sich nur um eine neue Version eines bereits bestehenden Wirkstoffs und damit nicht um eine Neuerfindung.
Novartis argumentierte dagegen, dass die neue Version von Glivec deutlich besser sei, weil diese als Pille verabreicht und damit vom Körper besser aufgenommen werden könne. Diese «bahnbrechende» Weiterentwicklung habe Jahre der Forschungs- und Entwicklungsarbeit gekostet und mache Glivec weiter schutzwürdig. In fast 40 Ländern habe Novartis dafür auch Patente erhalten, darunter in China, Russland oder Taiwan.
Der Entscheid des obersten Gerichts gegen den Patentschutz gilt als wegweisend für die westliche Pharmaindustrie, die in Indien bereits eine Reihe von Niederlagen einstecken musste. So wurden dem Basler Pharmamulti Roche und dem US-Konzern Pfizer im vergangenen Jahr Patente aberkannt. Der deutsche Hersteller Bayer musste eine Zwangslizenz für ein Krebsmittel akzeptieren.
Novartis-Titel in Mumbai abgestürzt
Nach der Niederlage vor dem obersten Gericht Indiens sind die Titel des Pharmakonzerns Novartis an der Börse von Mumbai am Ostermontag abgestürzt. Der Kurs tauchte um 6,8 Prozent auf noch 558,10 Rupien. Das ist der tiefste Stand seit Januar 2012.
Das Urteil wurde von der indischen Generika-Industrie, die Nachahmermedikamente herstellt, begrüsst. An der Börse von Bombay zogen die Aktien der dortigen Generikaproduzenten Cipla, Ranbaxy Laboratories oder Natco Pharma an.
Die Analysten von PricewaterhouseCoopers (PWC) prognostizieren den indischen Produzenten eine rosige Zukunft. Der Arzneimittelsektor könnte seinen Umsatz von derzeit 11 Milliarden auf 74 Milliarden Dollar im Jahr 2020 vervielfachen.
Novartis enttäuscht
Novartis bedauerte in einer Stellungnahmen den indischen Gerichtsentscheid. Patente seien die Grundlage für Investitionen in die Innovation von Medikamenten. Das Urteil des obersten Gerichts sei aber ein Rückschlag und behindere künftigen medizinischen Fortschritt.
Novartis halte dennoch an seinem Engagement für Patienten und den Zugang zu medizinischer Versorgung fest. 95 Prozent der Patienten in Indien würden durch das Spendenprogramm von Novartis das Krebsmittel Glivec gratis beziehen.
Davon profitierten mehr als 16`000 Patienten. Der Konzern habe seit 2002 über 1,7 Milliarden Dollar in das Hilfsprogramm investiert. Die übrigen 5 Prozent der indischen Glivec-Patienten hätten anderweitige Unterstützung oder seien versichert.
NGOs erfreut
Auf der Gegenseite reagierten die Nichtregierungsorganisationen (NGO) Erklärung von Bern (EvB) und Ärzte ohne Grenzen (MSF) erfreut: Das Gerichtsurteil sei ein bedeutender Sieg für die Kranken in armen Ländern, hiess es bei EvB. Indiens Justiz gebe der Gesundheit der Bevölkerung den Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen.
MSF sprach vom bestmöglichen Ausgang für Patienten in Entwicklungsländern. Das Gerichtsurteil verhindere, dass mit ungerechtfertigten Patenten auf existierenden Medikamenten die billigeren Nachahmerarzneien ausgeschaltet würden.
Hierbei gehe es nicht nur um Krebsmedikamente, sondern auch um andere Krankheiten wie Aids, Tuberkulose oder Malaria, sagte Pharmazeutin Andrea Isenegger von MSF Schweiz der Nachrichtenagentur sda. Wenn Novartis vor dem obersten Gericht Indiens durchgekommen wäre, hätten auch andere Pharmakonzerne Patente auf Medikamente gegen diese Krankheiten geltend gemacht.
Das hätte verheerende Folgen, sagte Isenegger. Mit Generika koste die HIV/Aids-Behandlung eines Kranken 120 Dollar pro Jahr. Ohne Generika schlage sie mit über 10`000 Dollar zu Buche. MSF kauft 80 Prozent der HIV/Aids-Medikamente aus Indien, das weltweit als grosser Exporteur von Generika als «Apotheke der Armen» gilt.
Quelle: Der Bund Online
BLS Cargo streicht Stellen
geschrieben von FAU-Bern am 02.04.13, 09:19
Das Bahnunternehmen BLS Cargo streicht 70 bis 80 Stellen, davon bis zu 60 Lokführerstellen. Grund sind gescheiterte Preisverhandlungen mit dem deutschen Transportunternehmen DB Schenker Rail. Ab 2014 fallen täglich 10 Zugpaare auf der Gotthardstrecke weg.
Dadurch verringert sich das Transportvolumen von BLS Cargo, gleichzeitig soll aber die Wirtschaftlichkeit verbessert werden, wie das Bahnunternehmen am Dienstag mitteilte. 2012 schrieb BLS Cargo einen Verlust von 1,85 Millionen Franken.
Einer der Gründe war der Gütertransport auf der Gotthard-Achse, der nicht rentabel betrieben werden konnte. BLS Cargo macht dafür das generell tiefe Preisniveau, eine überproportionale Steigerung der Trassenpreise auf der Gotthardachse sowie den ungünstigen Wechselkurs zum Euro verantwortlich.
Trotz intensiven Verhandlungen in den vergangenen Monaten habe keine Einigung mit DB Schenker gefunden werden können, heisst es in der Mitteilung von BLS Cargo. Das Unternehmen sichert darin zu, den Stellenabbaus so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.
Unter anderem will BLS das Gespräch mit jener Güterbahn suchen, die künftig die betroffenen Züge auf der Gotthardstrecke führen wird.
Cash Online
Größter Streik seit 1989, Solidarnosc wagt Comeback
geschrieben von FAU-Bern am 27.03.13, 15:09
Es ist ein Comeback-Versuch der einst so mächtigen Solidarnosc: Mit dem größten Streik seit 1989 verfolgt die geschrumpfte Gewerkschaft politische Ziele: Schulreform, Kündigungsschutz, Referenden.
Nicht alle Räder standen still in Oberschlesien, wo am Dienstag die Gewerkschaft Solidarnosc; zum Protest geblasen hatte. Dennoch: Ihr mehrstündiger Generalstreik war die größte Arbeitsniederlegung in Polen seit 1989, als die Gewerkschafter gerade mit Arbeitsniederlegungen das kommunistische Regime in die Knie gezwungen hatten. Nicht zufällig hatten die Organisatoren die Gewerkschaftshochburg Oberschlesien gewählt. Im ganzen Land gab es kleinere Solidaritätsaktionen.
"Generell geht es mir um mehr Lohn, ich verdiene brutto knapp 3000 Zloty", sagte ein streikender Busfahrer im Fernsehen, das sind umgerechnet etwa 700 Euro. Am Nachmittag verkündeten die Gewerkschafter stolz: 85.000 Menschen hätten sich am Generalstreik beteiligt.
105 Züge hätten stillgestanden, 120 Busse seien mit Verspätung losgefahren, in 160 Schulen hätten sich Lehrer am Streik beteiligt. Auch in Industriebetrieben und Bergwerken wurde gestreikt. Die Aktion war fein dosiert und begann in den Verkehrsbetrieben um 3.15 Uhr in der Nacht, um nicht allzu viele Pendler zu treffen.
Schwere Zeiten für Solidarnosc
Die betroffenen Unternehmen nannten niedrigere Zahlen von Beteiligten. Für Polens größtes Ballungsgebiet mit vier Millionen Einwohnern war die Beteiligung vielleicht nicht überwältigend. Allerdings ist in Rechnung zu stellen, dass die Gewerkschaften, selbst die traditionsreiche Solidarnosc, im wirtschaftsliberal geprägten Polen von heute schwere Zeiten durchmachen.
Die Solidarnosc, die bei ihrer Gründung als große Protestbewegung 1980 blitzschnell auf zehn Millionen Mitglieder kam, zählt heute weit unter einer Million Menschen. Die Polen sind, gemessen an den Zeiten der Diktatur, auch ziemlich streikmüde, und die steigende Arbeitslosigkeit schreckt zusätzlich ab.
Polens Premier Donald Tusk reagierte vorsichtig auf die Proteste. "Wenn jemand streikt, dann hat er ernstzunehmende Gründe. Man darf keinen Streik auf die leichte Schulter nehmen, auch wenn seine wichtigsten Forderungen unklar sind." Diesen Eindruck habe er diesmal gehabt. Insgesamt würden die Streikenden vor allem die Rechte der heute Beschäftigten verteidigen, ihm dagegen gehe es darum, mehr Arbeitsplätze zu schaffen.
Die Forderungen der Gewerkschafter waren durchaus politischer Natur. Vor allem forderten sie, die in Polen immer weiter verbreiteten prekären Arbeitsverhältnisse einzudämmen, die Überbrückungsrenten für bestimmte Berufsgruppen, etwa für Bergleute, zu erhalten, sowie die Schulfinanzierung und das Gesundheitswesen zu reformieren. Auch sollten Betriebe Kompensationen erhalten, die von den Klimaschutz-Auflagen der EU besonders schwer betroffen seien. Polen ist in der Gemeinschaft heute der größte Steinkohleförderer und –verbraucher.
Tusk will hart bleiben
Tusk kündigte an, in wichtigen Punkten, etwa der Einschränkung der Überbrückungsrenten, hart zu bleiben. Die Forderung der Gewerkschafter, die Regierung solle bis zum 17. April Entgegenkommen zeigen, wies er als "Ultimatum" zurück. Für Gespräche gebe es die so genannte Dreiseitige Kommission, in der Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgeber erfolgreich miteinander verhandelten. Allerdings halten viele Gewerkschafter die Kommission für ineffektiv.
Von vornherein war klar, dass der Streik auch eine politische Kraftprobe mit der Regierung werden würde. Seit 2010 hat Solidarnosc; einen neuen, agilen Chef, den Oberschlesier Piotr Duda. Der 50 Jahre alte Arbeiter eines Stahlwerks gilt als Sympathisant der konservativen Opposition um Jaroslaw Kaczynski.
Erst vor zwei Wochen hatte er in der historischen Danziger Werft, der einstigen Lenin-Werft, wo Solidarnosc gegründet wurde, alle Wutbürger des Landes beziehungsweise ihre Vertreter zu einer Versammlung gerufen. Ziel ist offenbar, ein breites Bündnis der Unzufriedenen zu schmieden.
"Millionen Bürger auf die Straße bringen"
In einem Gespräch mit der Zeitschrift "Krytyka Polityczna" sagte Duda kürzlich, man wolle "wie in Frankreich oder Italien auf unseren Aufruf hin Hunderttausende oder Millionen Bürger auf die Straße bringen". Siegen werde man "so oder so", sagte der Gewerkschafter.
Mit der Regierung würde man auch gerne sprechen. "Wir suchen Verbündete, um mit ihnen Arbeitnehmerrechte zu verteidigen. Wenn man mit der Regierung nicht reden kann, dann müssen wir mit allen reden. Wenn die Regierung arbeitnehmerfeindlich ist und keinen Dialog führt, muss man gegen sie kämpfen. Und wenn eine Partei unseren Forderungen nahesteht, muss man mit ihr reden."
Im vorigen Jahr hatte die Gewerkschaft 2,5 Millionen Unterschriften gegen die von der Regierung beschlossene Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre gesammelt. Ein wichtiges Ziel heute ist für sie die Erleichterung der Abhaltung von landesweiten Referenden. Dazu will sie eine Änderung der Verfassung erreichen und zu diesem Zweck Staatspräsident Bronislaw Komorowski auf ihre Seite ziehen. Ob dieses basisdemokratische Anliegen Chancen auf Erfolg hat, scheint derzeit allerdings unklar.
Quelle: Die Welt Online
Bundesrat lässt Rohstoffbranche offenbar freie Hand
geschrieben von FAU-Bern am 27.03.13, 15:08
Der Bundesrat präsentiert seinen lange erwarteten Bericht zur Rohstoffbranche. Laut einem Medienbericht verzichtet die Schweiz auf strikte Regulierungen.
Wegen der intransparenten Rohstoffbranche droht der Schweiz ein Imageproblem. Der Bundesrat befasste sich damit und legte nun heute einen Bericht vor. Dieser betrifft in der Schweiz ansässige Rohstofffirmen wie Glencore (Baar), Vitol (Genf) oder Cargill (Genf) und beinhaltet weitgefächerte Empfehlungen betreffend Transparenz und Menschenrechten, wie die Online-Ausgabe der «Financial Times» berichtet. Strikte Regulierungen, wie von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen gefordert, seien darin aber nicht enthalten.
Die EU und die USA kennen seit kurzem stärkere Regulierungen für Firmen der Rohstoffbranche und fordern mehr Transparenz über ihre Einnahmen. Die Schweiz scheute bis jetzt allzu grosse Eingriffe. Laut der «Financial Times» sei auch der heutige Bericht nur ein vorsichtiger Ansatz, der die «Wichtigkeit des Rohstoffsektors für die Schweizer Wirtschaft» reflektiere.
Kritiker fordern stärkere Regulierungen
Rohstofffirmen haben in der Schweiz tatsächlich eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. In der Liste der umsatzstärksten Unternehmen des Landes tauchen sie gleich auf mehreren Spitzenplätzen auf und stellen Zehntausende Arbeitsplätze.
Kritiker fordern vom Bundesrat schon lange, den Rohstoffhandel besser zu regulieren. An einer vom Hilfswerk Swissaid organisierten internationalen Rohstoffkonferenz verlangten im Januar diverse Parteien und Organisationen, dass die Schweiz mehr Verantwortung übernehmen müsse. Als ersten Schritt sollten Rohstofffirmen ihre Zahlungen an Regierungen per Gesetz offenlegen müssen.
Quelle: Der Bund Online
Solarkrise lässt Umsatz bei Meyer Burger einbrechen
geschrieben von FAU-Bern am 25.03.13, 18:12
Die schlechte Auftragslage hat dem Thuner Solarkonzern einen hohen Verlust beschert. Nun hofft Meyer Burger auf eine Kapitalerhöhung und neue Aufträge.
Der Solarindustrie-Ausrüster Meyer Burger befindet sich in einem düsteren Umfeld. Nach jahrelangem Wachstum sind Umsatz und Aufträge 2012 eingebrochen. Unter dem Strich steht ein Verlust von 115,9 Millionen Franken. Nun braucht die Thuner Firma eine Kapitalerhöhung.
Im Mai sollen neue Aktien für 150 Millionen Franken ausgegeben werden. Ein Bankensyndikat übernimmt alle neuen Aktien und bietet sie den bisherigen Aktionären zum Kauf an, wie Meyer Burger am Montag mitteilte. Die Konditionen werden anlässlich der Generalversammlung vom 25. April bekannt gegeben.
Flüssige Mittel halbiert
Firmenchef Peter Pauli glaubt, dass die unter Überkapazitäten leidende Solarindustrie den Tiefpunkt erreicht hat, wie er an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich sagte. Meyer Burger als Hersteller von Maschinen zur Produktion von Solarzellen, Modulen und Systemen benötige Reserven und Spielraum, um durch die Marktkrise zu kommen und um neue Technologien entwickeln zu können.
Es ist nicht die erste Kapitalbeschaffung in letzter Zeit: Im Mai 2012 hatte Meyer Burger eine Obligationenanleihe ausgegeben. Die flüssigen Mittel haben sich 2012 dennoch praktisch halbiert auf 134,5 Millionen Franken. Kürzlich hat die Firma zudem zur Finanzierung ihres neuen Sitzes in Thun einen hypothekarisch gesicherten Kredit von 30 Millionen Franken aufgenommen.
Jede dritte Stelle gestrichen
Meyer Burger hat auch auf der Aufwandseite gehandelt: Im März 2012 wurde ein Sparprogramm verordnet. Dadurch sank der Personalbestand im vergangenen Jahr von 2791 auf 2186 Vollzeitstellen. Die Zahl der Temporärstellen fiel von 267 auf 79. Mit dem noch laufenden Sparprogramm vom November, dem unter anderem rund 120 Vollzeitstellen in Thun zum Opfer fallen, sinkt der Personalbestand auf knapp 2000 Arbeitsplätze.
In Thun arbeiten dann noch rund 450 Personen für Meyer Burger, wie Finanzchef Michel Hirschi im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda sagte. Dies entspricht etwa dem Bestand von vor der Übernahme der Lysser 3S, deren Aktivitäten nach Thun verlagert wurden.
Auf die Frage nach einem nächsten möglichen Sparprogramm sagte Hirschi, Optimierungen blieben eine Daueraufgabe. Allerdings brauche es einen gewissen Stellenbestand, um das Angebot an Maschinen entlang der gesamten Produktionskette und damit die Strategie aufrecht erhalten zu können.
Massiv weniger Aufträge
Nach einem unmittelbaren Aufschwung sieht es nicht aus: Der Auftragseingang ist 2012 auf 223,4 Millionen Franken gefallen. Im Vorjahr waren es 876,8 Millionen Franken gewesen. Meyer Burger konnte noch stark von Aufträgen aus dem Jahr 2011 zehren, da Umsätze erst verbucht werden, wenn die Maschinen abgenommen worden sind. Dennoch halbierte sich der Gesamtumsatz auf 645,2 Millionen Franken.
Auf dem Ergebnis lasteten Abschreibungen von 102,2 Millionen Franken, die vor allem auf gekaufte Firmen zurückgehen. Demgegenüber sank die Steuerlast. Und mit den angekündigten Sparmassnahmen drückt Meyer Burger die Aufwände um 50 bis 60 Millionen Franken. Dennoch sieht es 2013 nach einem weiteren Jahr mit roten Zahlen aus: Meyer Burger rechnet mit einem Umsatz von rund 400 Millionen Franken. Die operative Gewinnschwelle liege aber bei gegen 500 Millionen Franken Umsatz.
CEO Pauli zeigte sich langfristig zuversichtlich: Der Trend gehe auch in Wachstumsmärkten wie Indien zu erneuerbaren Energien und insbesondere zum Solarstrom. Die Kapitalerhöhung solle dazu beitragen, dass Meyer Burger die technologische Marktführung verteidigen könne und bereit sei, wenn das Geschäft der Solaranlagen-Hersteller wieder anziehe.
Quelle: Der Bund Online
Amazon in Leipzig könnte Streik drohen
geschrieben von FAU-Bern am 25.03.13, 18:09
Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten im Amazon-Logistikzentrum Leipzig zur Urabstimmung auf. Wie ver.di mitteilte, sollen am Dienstag die Gewerkschaftsmitglieder über einen Arbeitskampf abstimmen. Man wolle so den Druck erhöhen, nachdem bislang in sämtlichen Sondierungsgesprächen die Aufnahme von Tarifverhandlungen abgelehnt worden seien. Ver.di-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago erklärte: "Für tarifliche Regelungen gibt es keine Alternative."
Gewerkschaft gibt sich kämpferisch
Weiter sagte der Gewerkschafter: "Wenn sie jetzt nicht reagieren, werden wir zum ersten Streik bei Amazon in Deutschland kommen." In der Urabstimmung müssten sich 75 Prozent der ver.di-Mitglieder für Arbeitskampfmaßnahmen aussprechen, damit ein Streik kommen kann. Laut Lauenroth-Mago sind 520 der Amazon-Beschäftigten Mitglied bei ver.di.
Die Gewerkschaft fordert eine Lohnuntergrenze von 10,66 Euro für alle, nach einem Jahr sollten es dann 11,39 Euro werden. Außerdem tritt ver.di für Nachtzuschläge ab 20 Uhr sowie ein tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld ein. Nach Angaben der Gewerkschaft arbeiten bei Amazon in Leipzig rund 1.200 Festangestellte sowie rund 800 befristet Beschäftigte. Der Einstiegslohn liege bei 9,30 Euro, nach zwei Jahren werden demnach 10,57 Euro gezahlt.
Angekratztes Image nach Medienberichten
Die Gewerkschaft hatte angesichts der Debatte über angeblich schlechte Arbeitsbedingungen bei Amazon auf ein Entgegenkommen des Versandriesen gehofft. Das Unternehmen geriet unlängst nach Medienberichten über unwürdige Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern in die Kritik. Amazon hatte daraufhin selbst Konsequenzen angekündigt. So sprach sich Deutschland-Chef Ralf Kleber unter anderem für mehr betriebliche Mitbestimmung aus und ermunterte die Mitarbeiter in den Logistikzentren zur Gründung von Betriebsräten.
Quelle: MDR Online
siehe auch: Urabstimmung bei Amazon-Beschäftigten über Arbeitskampf
Chauffeure stellen Postautos auf dem Bundesplatz ab
geschrieben von FAU-Bern am 25.03.13, 12:06
Weil die Postauto AG viele ihrer Linien an Subunternehmen abgegeben hat, müssen rund 1500 Chauffeure mit weniger Lohn und Sozialleistungen auskommen. Dagegen protestierten sie auf dem Bundesplatz in Bern.
Rund 200 Personen haben am Sonntagnachmittag auf dem Bundesplatz in Bern gegen die ungleichen Löhne bei den Postautofahrern demonstriert. Sie kritisierten, dass Chauffeure, die nicht direkt bei der Postauto AG angestellt sind, weniger verdienen.
Die Demonstranten sind mit gelben Bussen aus der ganzen Schweiz angereist, wie die Gewerkschaft syndicom mitteilte. Nach der Kundgebung auf dem Bundesplatz begaben sie sich vor den Hauptsitz der Post und platzierten dort einen Stuhl – dies, weil Postauto-Chef Daniel Landolf die Probleme auszusitzen versuche.
1500 Fahrer unterstehen nicht dem GAV
Die Postauto AG hat Teile ihres Liniennetzes Subunternehmen übertragen. Deren rund 1500 Fahrer unterstehen nicht dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV), sondern einem Personalreglement. Dieses bietet weniger Lohn und Sozialleistungen. Direkt bei der Postauto AG angestellt sind ebenfalls rund 1500 Chauffeure.
Wie Postauto-Sprecher Simon Rimle am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte, sind dem Unternehmen die Forderungen der Gewerkschaft bekannt. Im Rahmen der GAV-Neuverhandlungen, die im kommenden August starten, können diese besprochen werden. Der neue GAV soll 2015 in Kraft treten.
Quelle: <Link="http://www.derbund.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Chauffeure-stellen-Postautos-auf-dem-Bundesplatz-ab/story/12586720" >Der Bund Online
11 bis 20 von 601
<vorherige 10 | nächste 10>
